Aber spulen wir zunächst noch einmal ein bisschen zurück. Am 02.03, ging’s von Singapore auf nach KL. Früh morgens musste alles gepackt, verladen und aufgeschultert werden und dann schleunigst zum Bus. Dort angekommen, hatte ich das Glück noch den Bus eine halbe Stunde früher als geplant nehmen zu können (also um 09:00), welcher ein Doubledecker Delux Bus (und eigentlich eine Preiskategorie teurer war). Nach etwas hektischer Anfangsphase (Bus auf, Gepäck aufladen, über die Grenze watscheln, Gepäck wieder in den Bus laden), fiel ich endlich in einen längst überfälligen Tiefschlaf. Und so gingen dann auch zunächst die ersten 1,5 Tage in Malaysia weiter. Kaum hatte mich Mak am Bukit Jalil abgeholt („Oh, Joli. Very slim, Joli.“), verfiel ich in meine alten Malaysia Gewohnheiten: Nasi Ayam – schlafen – Saté (Abah’s rematch konnte ich diesmal nur mit 24 Spießen beenden („6 more, then you have 30!“), aber dafür hatte ich unter anderem rabbit, deer und goat im Bauch) – schlafen – Najebah abholen und nasi ayam essen – schlafen...
Ich hatte mich also recht schnell wieder akklimatisiert. Und als dann Najebah wieder zu Hause war und das Wochenende nahte, wurde mir auch noch richtig Programm geboten. Abah’s Aktionsprogramm stand unter dem Motto: Mein Haus, my second house, my new sports car und mein Orang putih. Zunächst wurde mir Putrajaya, Malaysias „Verwaltungsstadt“ gezeigt. Wir also alle in die Moschee rein („German architect“), Joli wird eine lila Robe übergeworfen und los geht’s mit den Fotos. „Stand there, now there, now Mak and Joli, now Abah in the picture...“ Krönung des ganzen war der Zeitpunkt, also ich auf einmal ein wildfremdes Kind auf dem Arm hatte und während ich noch versuchte das Kind ein bisschen zu beruhigen und vor möglichen Traumata halbwegs zu verschonen, wurde neben der Kamera hektisch geschnipst, damit das Kind ja in die richtige Richtung guckte. Als ich nur mit Glück gerade noch einer Hochzeit entkommen konnte, ohne selbst dran teilnehmen zu müssen, ging’s auch schon weiter (in sports car).
Nun wurde mir i-City (zunächst verstand ich immer ICT und fragte mich wofür die Abkürzung wohl stünde) gezeigt. Den genauen Zweck dieser Anlage konnte ich nicht in Erfahrung bringen, aber es ging wohl ganz grob darum alle möglichen Sachen mit möglichst bunt leuchtenden Lichtern zu versehen. Wieder wurden wir von A nach D und dann zurück zu B herumgeschickt, um ein Foto nach dem Andern aufzunehmen (Pit auf der Brooklyn Bridge war wirklich ein echter Amateur!).
Nun wurde mir i-City (zunächst verstand ich immer ICT und fragte mich wofür die Abkürzung wohl stünde) gezeigt. Den genauen Zweck dieser Anlage konnte ich nicht in Erfahrung bringen, aber es ging wohl ganz grob darum alle möglichen Sachen mit möglichst bunt leuchtenden Lichtern zu versehen. Wieder wurden wir von A nach D und dann zurück zu B herumgeschickt, um ein Foto nach dem Andern aufzunehmen (Pit auf der Brooklyn Bridge war wirklich ein echter Amateur!).
Neuer Tag, neue Fotosession. KLCC, Bukit Bintang, KL Central. Und am Abend dann the BIG SURPRISE! Ich hatte keine Ahnung was mich erwarten würde, war allerdings etwas perplex, als ich bereits im Schlafanzug am Esszimmertisch saß und Mak verkündete: „Joli, you better bring your shirt.“ Häh? My Shirt? Where? Es war allerdings nicht, aber auch gar nichts in Erfahrung zu bringen. Immerhin quetschte ich aus Mak heraus, dass auch Zahnbürste und frische Unterwäsche wohl nicht schlecht wären mitzunehmen. Wir würden erst am nächsten Tag gegen Abend wieder zurückkommen. Ich packte also schnell wichtige Überlebensutensilien in eine Notfalltasche und los ging’s ins Ungewisse. Nach ca. einer Stunde Fahrt erreichten wir ein Haus in einer modern aussehenden Siedlung. Und so lernte ich „Abah second house“ kennen. Mit englischen Garten, japanischem Brunnen, grandfather clock im Empfangszimmer, deutscher Pendeluhr, riesiger Küche und insgesamt einem recht großzügigem Grundriss.
Ich selbst durfte in Nabilahs Zimmer hausen (the Princess room), wo ich im Kingsize Bett wie eine Königin schlief.
| Joli goes Rockstar! |
Ich selbst durfte in Nabilahs Zimmer hausen (the Princess room), wo ich im Kingsize Bett wie eine Königin schlief.
Dann war auch schon der letzte Tag angebrochen. Roti Canai, Hochzeitskleid gucken (Akak heiratet Ende Juli), Kontaktlinsen kaufen, um Teppich falschen, Beten, Essen, Einkaufen und dann ging’s einen Uncle (irgendein Bekannter von Nabilah) besuchen. Dieser war irgendwann mal in Deutschland gewesen, weshalb ein Treffen mit mir natürlich unumgänglich war. Allerdings handelte es sich bei diesem Treffen um eine reine Selbstverherrlichung des Bekannten. All seine Kinder schienen auf irgendwelche englischen Elitecollages zu gehen, er selber hatte schon alles und jeden kennengelernt (irgendwie redete er die ganze Zeit von Willy Brandt und der SPD, aber auf Malay, weshalb ich nicht wirklich folgen konnte), wusste zu berichten, dass die Bibel komplett aus dem Koran abgeschrieben war und meinte, dass er als einziger in der Lage dazu sei junge Menschen richtig zu pushen (weshalb Najebah auch auf keinen Fall in Berlin Deutsch studieren sollte, um Deutschlehrerin zu werden, das sei zu unambitioniert). Abah konterte mit Dr. Akak und Dr. Nabil, sowie mit Orang putih und mit sports car. Es war ein Hahnenkampf der ganz eigenen Art.
Trotzdem war ich froh, als ich am Abend endlich wieder in Nabilahs kleinem Bett lag und mich vor der langen Reise nach Australien noch mal richtig ausruhen konnte. Denn auch, wenn es schön war meine Gastfamilie wiederzusehen, war es doch auch anstrengend mich einfach die ganze Zeit irgendwohin mitschleppen zu lassen („Joli, just follow...“) Die Welt ein bisschen auf seine eigene Faust zu erkunden, hat wirklich so einiges für sich, auch wenn es auf Kosten der Kulturerfahrung geht.
s128 sabung ayam
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