Mittwoch, 21. März 2012

Ein kurzer Nachtrag: 09.04.-13.04.2011 Melbourne & 13.04.-17.04.2011 Fiji

Jolis Welttournee 2012 hat nun endlich begonnen. Und während am Dubaier Flughafen schon wieder tausende reisende Eindrücken auf mich einprasseln, besinne ich mich auf vergangenes. Ja genau, da war ja noch was: wie war es eigentlich im letzten Jahr in Melbourne und Fiji?

Ich erinnere mich also ein Jahr zurück. Genauer gesagt, an den 09.04.2011: Joli geht surfen, während Jonas sich noch um Experimente an der Uni kümmert. Nachdem diese Dinge schließlich erledigt sind, fahren uns Freunde von Jonas zum Flughafen, wo ich ausgehungert und gierig über Sushi und Ginger Beer herfalle (vollkommen normale Fookensche Reisegestaltung). Und schwups, schon sind wir in Melbourne.

Melbourne begrüßt uns natürlich mit strömendem Regen. Melbourne im April, was für eine blöde Idee aber auch. Durch die dicken Regentropfen, die sich auf den abgedunkelten (ironischer Sonnenschutz) Scheiben des Shuttlebusses tummeln, versuche ich erste Eindrücke von Melbourne zu bekommen. Kleine Straßenbahnen kreuzen immer wieder unsern Weg. Autos ordnen sich ganz links auf einer Sonderspur ein bevor sie rechts abbiegen. Fahrradfahrer versuchen sich (eher weniger erfolgreich) gegen Regen und dichten Verkehr durch zu setzten.

Am Hostel angekommen, stellen wir fest, dass das Gebäude wie ein Geisterschloss aus einem Disneyfilm aussieht. Der Boden knarrt und biegt sich, das Treppenhaus ist riesig, die Zimmer klein aber sauber und an der Rezeption erfahren wir, wo man lecker essen gehen kann. Unter einem Schirm gedrängt bahnen wir uns den Weg um riesige Pfützen und reißende Bäche, in die „Straße des Essens“. Auf dem Bürgersteig ist nur ein kleiner Pfad frei gelassen. Rechts präsentieren sich Restaurants und Kneipen Schulter an Schulter, während auf der straßennahenseite des Bürgersteigs weiter Tische unter regenfeseten Vorbauten aufgebaut sind. Wir entscheiden uns für einen vielversprechenden Italiener und werden an einem der Außentische direkt unter einen Heißpilz gesetzt. Gut, denn unsere Brisbanesche Garderobe versagt bereits bei Temperaturen unterhalb 20 Grad. Während wir italienischen Wein trinken und einen großen Berg Pasta mümmeln, gilt es die Nachbartische zu beobachten. Am Nebentisch sitzen drei Mädels mit Tierhüten (Bär, Löwe und Giraffe). Im angrenzenden Restaurant haben sich südländisch aussehende Jugendliche an einer langen Tafel niedergelassen. Die Männer an einem Ende die Frauen am andern, aber alle unentwegt am plappern. So wirkt Melbourne auf uns ein und wir lassen uns von der Stadt treiben soweit der Regen es zulässt.

Man sagt, Melbourne sei die europäischste Stadt Australien. Das liegt nicht etwa am Baustil oder der Stadtplanung (ich war noch nie in einer Großstadt mit weniger Sehenswürdigkeiten), sondern eher an der Atmosphäre der Stadt. 

Während sich tagsüber das Volk in kleinen Cafes, die große Teile der engen Gassen unzugänglich machen, tummelt, erwachen nachts Clubs und Kneipen. Man hat das Gefühl es ist immer etwas los. So stolpern wir z.B. in eine Veranstaltung des Comedyfestivals, als wir eigentlich nur ein Bier in einem Irish Pub trinken wollen, in welchem dann internationale (sogar ein deutscher) Comedians schlechte, dreckige australische Witze von sich gaben. Neben dem vielseitigen sowie unerschöpflichen kulturellen und kulinarischem Angebot, ist in Melbourne die australische Sportbegeisterung noch größer als irgendwo anders im Land. Auf dem Yarra river tummeln sich Ruderer und Paddler, während sich am Ufer die Wege von Joggern, Radfahrern und Fußgängern kreuzen. Während Jonas und ich uns ins riesengroße National Cricket Stadion wagen, um beim Australien Football (kurz Footy) Brisbane verlieren zu sehen, strömt ein anderer Personenfluss zum Rugby. Beim Footy sitzen wir dann sogar in der Sonne und wundern uns darüber, was die unzähligen Menschen auf dem Spielfeld zu suchen haben. 

Neben 8 verschiedenen Schiedsrichtern (die sich aus Einwurf-, Feld-, Außenlinen-, Tor-, Ersatz- und Notfallschiedsrichtern zusammensetzen), laufen auch ständig sogenannte „running coaches“ und Auswechselspieler aufs Spielfeld, die entweder den aktiven Spielern Wasser oder Spieltipps bringen. Am meisten Bewegung kommt in das Spiel, wenn das Ei irgendwie ins Toraus geraten ist, denn dann sprinten die Linienschiedrichter in Richtung Feldschiedsrichter, damit die Einwurfschiedsrichter das Ei in der Mitte durch eine vollkommen bescheuert aussehende Bewegung wieder ins Spiel bringen. Das einzige, was unübersichtlicher als die Aufgaben der Schiedsrichter ist, ist das Punktesystem, welches nicht nur von der Art der Punkterziehlung (durch einen Pass oder einen Kick), sondern auch von der Position abhängt (man bekommt also auch einen Punkt, wenn man daneben schießt, weil man dann sozusagen das Nebentor getroffen hat).

Alles in allem lässt sich also folgendes zusammenfassen: „Die spinnen, die Australier!“ Und in Melbourne tun sie das auch sehr stilvoll. Ob im größten Kasino, das ich je gesehen habe, ob in St. Kilda am Strand oder in der wuseligen Innenstadt, sie sind überall aktiv, bewegen sich und machen dabei meistens irgendetwas beklopptes.

Nach diesen städtischen Eindrücken, machen Jonas und ich uns also auf ins eher entspannter Fiji (auch wenn der Weg zum Flughafen auf Grund meiner Reiseplanung zunächst zu einer etwas knappen nervenaufreibenden Sache wird). Und kaum sind wir die rund 2800 km geflogen, befinden wir uns auch schon am echten Ende der Welt. Man braucht eigentlich nur zwei Ausdrücke, um die Fiji Islands zu beschreiben: „Bula-Bula“ und „Fiji time“. Erster erwartet uns bereits am Flughafen in Form von einer 4 köpfigen Ukulele spielenden Band, die ständig etwas von Bula-bula singt. Bula bedeutet willkommen, aber auch hallo und tschüss und wahrscheinlich auch wie geht’s und alles andere, was man so in einem Wort ausdrücken kann. Wir werden also am Flughafen von irgendeinem „Uncle“ und einem „Cousin“ unseres Resorts abgeholt („bula-bula“). Auf dem Weg stoppen wir, um frischen Fisch zu kaufen, den es dann zum Abendessen nach Fiji-Art geben soll. Der erste Eindruck überzeugt also und auch die 3 km über ungeteerte und immer holpriger werdende Strecke bringt uns nicht aus der Ruhe, auch wenn wir Struppi natürlich sofort schmerzlich vermissen. Im Hotel angekommen dürfen wir eine Strandsuite anstatt dem gebuchtem Bungalow beziehen, zum gleichen Preis. Wir sind natürlich sofort begeistert. Wir treffen noch weitere Mitarbeiter des Resorts („bula-bula“), wobei sofort der typische fijianische Haarmob (der bei Frau wie Mann in gleicher krauseligen Haube auf dem Kopf türmt) auffällt. Später entdecken wir, dass sich dieser hervorragend zum aufbewahren von Bleistiften oder anderen Nutzgegenständen eignet.

Der erste Eindruck von Fiji löst pure Begeisterung bei uns aus. Abendessen auf eigener Terrasse, Hängematten direkt vor der Tür, das Meer keine 30 Meter von uns weg. Vor dem Schlafengehen noch ein gemütliches Cribbage bei Meeresrauschen und angenehmer Brise und eine lockere Unterhaltung mit Huzni dem Tourguide des kleinen Resorts. Wir erkundigen uns nach Touren auf der Insel und erzählen ihm unsere Pläne. Er wirkt etwas überrascht auf Grund unseres engen Zeitplans, sagt dann aber dass wir das am nächsten Tag alles mal durchsprechen könnten. 


Am nächsten Tag sprechen wir zunächst nichts durch, sondern lassen den Tag ruhig angehen. Etwa 50 Meter von der Küste entfernt liegt ein großes Riff. Mutig machen wir uns auf den Weg zum lauten Wellenbrecher und schürfen uns dabei Füße und Beine an den spitzen Korallen auf. Der Weg dauert ewig und jeder Schritt wird mehr und mehr zur Qual, doch ein echter Dickkopf dreht nicht um. Endlich sind wir am Riff angekommen und gucken etwas verdutzt auf die vor uns liegende „Korallenkante“, an der sich brutal laut und schäumend die Wellen brechen. Dann machen wir uns humpelnd auf den Rückweg. 
 
Als wir endlich wieder am Strand ankommen, teilt Huzni uns mit, dass unser Reiseplan so nicht funktionieren wird. Wir haben 2 Nächte auf einer Insel namens Mantaray (in memoriam Stingray) gebucht, aber dort fährt nur einmal am Tag eine Fähre. Die Fähre zurück auf die Hauptinsel käme leider erst Stunden nach unserer Abflugzeit an. Also disponieren wir um und beschließen nur einen Tag auf der Insel zu bleiben und dann noch mal ins kleine Resort zurückzukehren. Da der Tag schon halb rum ist, wird es wohl auch mit dem Tagesausflug nichts. Aber wir verabreden uns nachmittags mit Huzni um die nahegelegenen Höhlen besichtigen zu gehen. So vergeht der Tag mit eincremen, schwimmen, sonnen, eincremen, hängematten, essen, schwimmen, spazieren, eincremen, höhlen, schwimmen, essen und Cribbage. Und dann früh schlafen, denn am nächsten Tag geht’s ja früh los, um die Fähre nach Mantaray zu erwischen. Doch dann schlägt „Fiji time“ zum ersten Mal zu. Huzni versichert uns stetig, dass alles kein Problem ist und wir die Fähre auf jeden Fall noch bekommen. Doch als wir endlich am Hafen sind, ist die Fähre losgefahren. Vollkommenes Unverständnis! Wie kann eine Fähre einfach so zur angegebnen Zeit losfahren? Also geht’s zurück ins resorteigene Reisebüro. Dort wird für uns schnell eine andere Insel rausgekramt. Jonas und ich sind beide eher weniger überzeugt, aber irgendwie vom Fijianischen Management auch so überrumpelt, dass es schwer fällt eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Wir buchen also eine Fähre zur näher gelegnen Insel, welche natürlich (Fiji time) ca. 1,5 Stunden nach der angegebenen Zeit ablegt.

Auf unserer Insel angekommen, müssen wir feststellen, dass die Insel eigentlich nur aus unserem Resort besteht und die gesamte Atmosphäre etwas an den Ballermann erinnert. 
Trotzdem ist der Strand wunderschön und es gibt tägliche Schnorchelausflüge. Abends werden neben dem „Bula-bula“ Tanz (eine Art fijianischer Animationstanz) auch noch traditionelle Tänze, Gesänge und Feuerspucker vorgeführt. Wir probieren uns durch das fijiansiche Bier, wobei das meistangepriesenste „turtle beer“ für uns eher nach Handseife schmeckt. Trotzdem wird der Abend feucht fröhlich und der darauffolgende Tag am Strand und beim Schnorcheln verplempert. Am zweiten Abend lassen wir es etwas ruhiger angehen, denn am nächsten Tag steht ja auch schon die Rückreise wieder an. Als ich mit einem anderen Inselgast ins Gespräch komme, erfahre ich, dass Mantaray die wunderschönste Insel sei. Na super. Aber immerhin kommen wir von dieser kleinen Insel noch rechtzeitig für unseren Flieger zurück zur Hauptinsel. Denken wir zumindest. Denn unsere Fähre sollte um 11:00 Uhr von der Insel losfahren. Der Flieger geht um 16:00. Das sollte uns eigentlich genug Zeit geben. Um 12:00 teilt man uns mit wir könnten noch etwas zu Mittag essen bevor dann die Fähre gleich kommen würde, man würde uns aber bescheid geben. Gegen 13:00 Uhr gehe ich zum dritten Mal und diesmal schon etwas besorgt an der Rezeption nach dem Boot fragen. Ja, ne, das sei verspätet, würde erst um 15:00 Uhr ankommen. Fiji time! Panisch versuchen wir ein Wassertaxi zu organisieren. Gott sei Dank bekommt ein aufmerksamer Resortmitarbeiter unsere Lage mit und organisiert uns ein Wassertaxi und die Weiterfahrt zum Flughafen. Natürlich müssen wir für alles extra latzen, aber uns bleibt ja keine Wahl! Völlig fertig kommen wir gegen 15:43 am Flughafen an. So schnell wir können checken wir ein uns hasten zum Gate. Doch natürlich hat auch der Flieger Verspätung. Dieses Mal allerdings wegen Brisbane time, dort war der Flughafen wohl einige Zeit gesperrt. Trotzdem ist es schön zu wissen, dass wir bald wieder in der Realität und der funktionierenden Welt ankommen werden. 


Mittwoch, 20. April 2011

31.3.-3.4. Fraser Island


Als ich am Donnerstag Mittag so gegen 2 Uhr aus dem Krankenhausgebäude trat, strahlte die Sonne auf mich hinab. Nein, es ist nicht so wie ihr denkt. Normalerweise endet mein regulärer Arbeitstag nicht schon um 2 Uhr, aber da ich (mit freundlicher Unterstützung der Aussies) ja auch hier bin, um ein bisschen was vom Land zu sehen („you should really go on a trip! It’s gonna be cold soon!“), stand mal wieder ein Wochenendtrip auf dem Programm. Wohin ging’s? Nach Fraser Island. Wer war am Start? Jonas und Joli, die allen bereits bekannten „Fook’n Jo-Jos“, David (man betone das í!), ein Kollege vom Jonas und unser entspannter Spanier sowie Rachel, eine Bekannte von David und unsere kleine „is it safe?“ malaysische Chinesin. Und natürlich, wie könnte ich ihn vergessen: Struppi („wuff, wuff“), unser zuverlässiger 4W(heel) drive.


Wir fuhren also guten Wetters und guter Laune in Richtung Norden. Erstes Reiseziel: Rainbow Beach, wo wir eine letzte Nacht in Zivilisation verbringen wollten bevor es am nächsten Tag auf die Insel ging.
Die Weltmetropole Rainbow Beach hatte einiges zu bieten! Neben der Hauptstraße war eine ganze Nebenstraße der Hostelwirtschaft gewidmet. Wir hatten uns für ein kleines Hostel namens „Pippies“ entschieden, welches gleich den Anfang der Hostelstraße bildete. Pippies war freundlich und nett, hatte einen Fernsehraum mit stockfischigen „Mamamia-auf-DVD-Guckern“ sowie eine Küche auf Stelzen mit weintrinkenden Bagpacker-Gangs. Vollkommen angebrachter Weise brachte man uns im Hollywoodzimmer unter. Nachdem wir Hollywood bezogen hatten, machten wir uns auf zu dem kulinarischen Tipp unsrer Rezeptionistin: einem italienischen Resto. Kurz vor Aufbruch zum ersten gemeinsamen Abendessen meldete sich zum ersten Mal Rachels asiatische Standartfrage: „Is it safe?“ Und tatsächlich schwante auch mir in Rainbow Beach nichts als Unheil, sodass ich das Abriegeln der Glastür (es waren ja nur knapp 30 Grad draußen) als unbedingt notwendig erachtete.
Das Abendessen beim Italiener war dann nicht nur safe, sondern auch ausgesprochen lecker, sodass wir zufrieden schnurrend ein Six-pack Bier im Alkoholshop kaufen konnten, um uns damit gemütlich an den Strand zu trollen. Der Strand von Rainbow Beach überzeugte mit atemberaubenden Sternenhimmel, stiller Abgeschiedenheit und einer frisch-lau-bis-kühlen Briese. Schade war nur, dass der einzige trockene Fleck am Strand genau im Straßenscheinwerferlicht des Surfclubs lag. Naja, so war immerhin alles safe.
Nach einer Zeit der schweigsamer Meditiererei und fröhlichen Rumalberei, machten wir uns auch schon auf den Weg zurück zum Hostel, denn schließlich wollten wir am nächsten Morgen früh auf die Insel aufbrechen. Gott sei Dank konnte ich Rachel davon überzeugen, dass Jonas und David bestimmt in der Lage sein würde sämtliche nächtlichen Einbrecher in die Flucht zu schlagen, sodass eine geruhsame Nacht inklusive ausreichend Sauerstoffzufuhr gesichert war.

Struppi bellte bereits ganz aufgeregt, als wir am nächsten Morgen in Richtung Fähre aufbrachen. Und wenig später wurde auch schon der Allradantrieb eingelegt, um durch den tiefen Sand das Boot zu erreichen. Erneut schien eine pralle, dicke Sonne auf uns hinab und alles war in freudiger Erwartung auf die Überfahrt. Goodbye Pippies, welcome to Fraser Island.
Vielleicht sollte ich ein paar Worte über die Insel verlieren. Das besondere an Fraser Island ist, dass es eine komplette Sandinsel ist. Es gibt zwar drei verschiedene Arten von Wald, aber keine geteerten Straßen oder geebnete Wege. An einigen ganz kniffligen Stellen gibt es vielleicht schon mal ein paar Holzplanken zur Unterstützung, aber das war dann auch alles. Die „Inselautobahn“ ist der Strand, an dem man bei Ebbe 80 km/h fahren kann, während man sich auf den Backroads je nach Befahrbarkeit so zwischen 3 und 30 km/h schnell wird.
Da bei unserer Ankunft Flut herrschte ging’s zunächst über die Backroads. Holper, holper, wuff, wuff, polter, polter. Viel besser vermag ich Struppis Bewegungen über Stock (oder besser gesagt Wurzel) und Stein nicht zu beschreiben, da muss man glaub ich selber mal in so nem 4WD rumgehüpft sein, um das nachvollziehe  zu können.
Die andere Besonderheit an Fraser Island sind diverse Süßseen, die über die Insel verstreut liegen. Einen derselben erreichten wir gegen Mittag. Schnell eine Runde schwimmen und dann große, leckere Sandwiches zum Lunch. So der Plan. Doch als wir das Seeufer erreichten, mussten wir feststellen, dass da, wo eigentlich Strand sein sollte nun See war. Der Regen hatte also auch auf Fraser Island die Pegel steigen lassen. So schmierten wir uns schnell die Sandwiches und brachen auf, um eine andere Zugangsstelle zum See zu finden. Wir erreichten bald einen kleinen Trampelpfad und nach ausgiebigen Trampeln auch das Seeufer. An der neu entdeckten Stelle war zumindest ein etwas weitläufiger Zugang, den man mit viel Phantasie als Strand bezeichnen konnte. Also rein in die Schwimmsachen und los ging’s. Während Jonas und ich bereits die Bauchnabelgrenze erreicht hatten, zitterte David noch am Uferrand und Rachel erkundigte sich nach der Sicherheitsstufe der Seebegehung. Doch schon kurze Zeit später plantschten wir alle zufrieden im See herum, während immer mal wieder Baumwipfel vom Ufer aufragten. Außerdem hatte der See (wahrscheinlich zur besseren Tarnung) die braune Farbe des Laubs angenommen, sodass ich unter Wasser als echter sonnengebräunter Tourist durchgegangen wäre.

Nach dieser kleinen Mittagspause ging’s auch gleich wieder weiter. Immer in Richtung Norden, wo unser Campingplatz lag. Doch schon nach kurzer Zeit, kamen wir erneut an einem See vorbei. Kurz aussteigen und schauen, wie der so aussieht konnte nun wirklich nicht schaden...
Als seien wir durch ein magisches Tor gekrochen, purzelten wir auf einen weißen Sandstrand, der den glasklaren See säumte. Und außer uns, keine Menschenseele weit und breit. Begeistert sprangen wir ins Wasser, spielten mit unserem australischen Football (der ist im Prinzip wie son amerikanisches Ei aussieht) und plantschten im seichten lauwarmen Wasser vor uns hin. Die Sonne war nach einer kurzen Regenpause auch wieder hinter den Wolken aufgetaucht, um dem schönen Nachmittag noch ein Sahnekrönchen aufzusetzen.


Als so langsam erste andere menschliche Wesen dieses Plätzchen Erde zu invasieren drohten, verließen wir unser kleines Paradies, um nun wirklich den Campingplatz aufzusuchen. Auf dem Weg dahin durften auch David und ich Struppi mal durch die Gegend fahren (Rachel fahren zu lassen, wäre not safe gewesen) und schon bald hatte ich meine Leidenschaft fürs 4W driving entdeckt. Wir schafften es trotzdem sicher zu unserer nächtlichen Ruhestätte, wo wir es gerade noch fertigbrachten vor Einbruch der Dunkelheit Zelte aufzubauen und uns ein bisschen einzurichten.


Zum Abendessen stand Barbecue Nr. 1 auf dem Programm. Doch zunächst musste dafür ein echtes Feuer entfacht werden. Mittels Zeitungspapier und vieler gesammelter kleiner Stöckchen gelang es auch nach einer Weile ein Feuer in Gang zu bringen, das die drei großen Holzklötze in Brand setzte. Doch sobald wir versuchten sie so zu wenden, dass sie den Grillrost halten konnten, kühlten Feuer und Glut rapide ab. Wie sollte so je das Känguru gar werden? Wir talpten also rüber zu den in Australien üblichen Gasbarbecues doch einer der beiden ließ sich gar nicht erst anschalten und der andere wurde einfach nicht warm. Während ich also begann darüber nachzudenken, ob nun etwas ältere Spanierwade oder doch junges Chinesenfleisch besser schmecken würde, unternahm David einen neuerlichen Versuch den Naturgrill ans laufen zu bringen. Schließlich klappte es mit aerodynamisch perfekter Holzscheitarchitektur doch noch die Glut heiß genug zu bekommen, um unsere Kartoffeln zu garen und die Würstchen, die Kängurus sowie die Schweinefilets schmackhaft und knusprig zu grillen. Schnell noch die Dingofallen überwinden (der Campingplatz war natürlich Dingo safe!), um eine Runde unsere Campingstühle am Strand Probe zu sitzen und dann ging’s auch schon ab in die Falle, es war ja schließlich schon nach 9!

Am nächsten morgen packten wir unsere Zelte wieder ein, talpten zu den funktionstüchtigen Barbecues (das Kaffeekochen dauerte zwar eine Weile, aber lohnte sich) und planten den Tag. Am Abend wollten wir uns einen Beachcampingplatz suchen, also einen Platz am Strand oder in den Dünen, wo wildcampen erlaubt war. Doch zunächst wollten wir noch die unmittelbare Umgebung des Campingplatz erkunden, denn, wie unser erfahrener Führer Jonas wusste, gab es direkt neben dem Campingplatz eine riesige Sanddüne. Als wir aufbrachen erwartete ich einen kleinen Sandhaufen, der Spiel, Spaß und Freude für Kinder unter 10 versprach, doch schon bald hatte ich den Eindruck mich in der tiefsten Sahara zu befinden. Jedesmal, wenn wir dachten endlich die höchste Düne erreicht zu haben, türmte sich eine neue vor uns auf. Doch irgendwann erreichten wir einen Punkt, von dem man ein Überblick über das Sandspektakel hatte, eine riesige Fläche heller Sand, umgeben von Urwald, an drei Seiten und abgegrenzt durch Meer an der vierten.



Als wir wieder zurück bei Struppi waren, galoppierte dieser weiter in Richtung Norden, da wir dort die schönsten Strandcampingorte vermuteten. David und ich bestanden allerdings darauf auch einmal im Meer schwimmen zu gehen und so schlugen wir schon bald den Weg in Richtung Westen ein, um die Insel einmal über die gesamte Breite zu überqueren. Auf der anderen Seite schien es einen vielversprechenden Schwimmplatz zu geben. Vielversprechend, zumindest sah er zumindest noch auf unserer Karte aus, doch einmal angekommen, wirkte es eher, wie eine gute Stelle zum fischen, als zum Schwimmen. Doch der erfahrene Abenteurer lässt sich von so was natürlich nicht abhalten und so wandert wir übern Strand, durch knöcheltiefes, braunes, stinkendes Etwas (ich weigerte mich einfach das zu Ende zu denken) und dann wieder übern Strand. Irgendwann kam ein kleiner Baum in Sicht, unter dem wir unser Lunch in den Schatten stellen konnten, ein guter Ort für unser Mittagspicknick.
Jonas und David waren bereits bis zur Hälfte über die Sandbank gewatet, ich folgte dicht dahinter und Rachel bildete die Nachhut. Ich bemerkte zwar, dass Jonas und David stehen geblieben waren und auf irgendetwas deuteten, aber noch dachte ich mir nichts dabei. Als ich aufgeschlossen hatte, berichteten sie, dass sie vielleicht einen „Stingray“ gesehen hätten. Sofort rief ich mir den toten australischen Krokodilehunter ins Gedächtnis, der mitten ins Herz gestochen wurde und daran starb. David zuckte mit den Schultern und so wateten wir weiter. Zu dem Zeitpunkt waren wir vielleicht 300 Meter der Sandbank überquert, etwa die Hälfte bis zu den sich brechenden Wellen. Da stieß Jonas auf einmal ein „Oh my God!“ aus und der größte Stingray, den die Menschheit je gesehen hat (Zitat David: „Like a huge airbus!“), steuerte direkt auf uns zu (in Wirklichkeit war er wohl ca. 1,5 Meter breit). Während sich der Killerrochen wahrscheinlich gerade überlegte, wie er möglichst schnell vor 4 riesigen Menschen fliehen könne, brach bei uns die beherrschte Panik aus. Rachel wollte auf Davids Arm springen, Jonas stand einfach nur da und ich überlegte panisch, wie ich wohl innerhalb weniger Sekunden das Fliegen erlernen könnte.
Betont lässig, auf keinen Fall hektisch rennend und mit dem rasensten Herz aller Zeiten schafften wir es gerade noch so wieder ans Ufer zu kommen. Von diesem Zeitpunkt an wurde „oh my god!“ der Spruch der gesamten Fahrt und der Frage: „is it safe?“ immer ein „no stingrays?“ angefügt.

So waren wir froh, als wir am Abend einen schönen Strandcampingplatz in den geschützten Dünen fanden. In unmittelbarer Nähe eines Sees, der zwar nicht so klar und sauber war, wie der vom Vortag dafür aber Seile an den umliegenden Bäumen befestigt hatte, mit Hilfe derer man ins Wasser springen konnte. Wir bauten die Zelte auf, entschraubten den Wein und begannen mit Barbecue Nr. 2. Es dauerte erneut ein bisschen den (diesmal instant) Grill zu entfachen, doch „no worries“, natürlich wurden wir alle satt und zufrieden.
Nach der ganzen Aufregung des Tages hatten wir uns eine geruhsame Nacht wohl verdient und so verzogen wir uns früh ins Zelt, wo ich begann von riesigen Stingrays und gefährlichen Dingos zu träumen. Als mich einer am Bein erwischte, wachte ich schweißgebadet auf, der festen Überzeugugn, dass wir einen Riesenlizard oder eine Schlange im Zelt hätten. Rachel schlummerte unberührt neben mir, während ich es erneut mit der beherrschten Panik versuchte („keep calm, keep calm! Where’s the fucking flashlight?“). Doch irgendwann schaffte auch ich es das Stingraytrauma hinter mir zu lassen und friedlich einzuschlafen.

Und schon war der letzte Tag angebrochen. Der Morgen begann mit dem nun schon bekannten Zeltabbau und einiger Verfahrerei (das die Flut auch den Strand unbefahrbar machen muss...). So erreichten wir gegen Mittag (wohl bemerkt zum zweiten Mal, konnte ja keiner wissen, dass der Weg nicht weiter führte) eine Service Station, die uns gnädiger Weise mit Kaffee versorgen konnte. Dann nahmen wir den letzten Programmpunkt in Angriff: Lake McKenzie, der wohl schönste See der Insel.
Der Weg zum See war holpriger als alles, was wir bis dahin erlebt hatten und während ich versuchte Struppi in über ganze Wurzelfelder, riesige Steinbrocken und durch tiefen Sand zu bugsieren, musste ich das ein oder andere Mal denken, ob der Stingray wohl das letzte gewesen sein sollte, was ich in meinem Leben erlebt haben sollte. Doch nachdem wir auch die Riesenpfützen passiert hatten, erreichten wir den See doch noch.
Lake McKenzie war wirklich wunderschön, leider ein bisschen voll von Backpackerreisegruppen (komischer Weise kamen auf einen Typen ca. 8 Mädels), aber als wir den Nebenstrand erreicht hatten, mussten wir alle zugeben, dass weißer Sand und ein blau schimmernder klarer See sich sehr gut aushalten lassen.

Leider fing es bald an zu regnen und die Fähre musste ja auch noch erreicht werden. So machten wir uns auf den Rückweg, der auch noch ein kleines Highlight zu bieten hatte. Kurz vor der Fähre begegnete uns noch ein Dingo (wir hatten zwar morgens schon 2 gesehen, aber dieser hechelte einfach noch etwas freundlicher).


Um vor der Einreise nach Brisbane noch ein bisschen Inselsentimentalität beizubehalten gingen wir dann auch noch in Mooloolaba ganz frischen Fisch essen, bevor wir dann mit mehreren Tonnen Sand im Gepäck nach Hause zurückkehrten. 

Dienstag, 5. April 2011

März & April - Routine im Brisbaner Leben

Während man an einem morgen noch ein völlig Fremder in einer großen neuen Stadt ist, stellt man schon am nächsten Tag fest, dass das eigene Leben auf einen gefährlichen Strudel des routinierten Alltaglebens zusteuert.
So wache ich z.B. jeden morgen gegen 5 Uhr morgens auf, wenn sich die irischen Nachbarn auf den Weg zur Arbeit machen und gehe (wie sich das für einen guten Aussie gehört) so gut wie nie nach 23 Uhr ins Bett.
Um einen grobe Übersicht über die Fortgeschrittenheit meiner hiesigen Sesshaftigkeit zu verschaffen, habe ich die Woche mal für euch zusammengefasst.


Sushi-Monday

Der Montag beginnt meist mit einem ausgiebigen Kampf mit dem Wecker, der trotz mehrfachen Draufhauens einfach weiterhin darauf besteht, dass die Arbeitswoche nun beginnt. Mühselig schleppe ich mich zum Frühstückstisch, um die 2 (manchmal sogar schon geschmierten) Toast und den großen Becher Kaffee in Angriff zu nehmen. Wenn ich besonders struppig und verschlafen drein gucken, dann bereitet Jonas mir sogar mein Sandwich für’s Lunch vor (Avokado, Tomate, Käse und roasted Chicken).
Auf der Arbeit angekommen müssen zunächst die über’s Wochenende liegengebliebenen Emails abgearbeitet werden, dann werden alle Aufgaben in Angriff genommen, auf die ich am Freitag keine Lust mehr hatte. Lockere Kabel wieder angelötet, Fehlermeldungen im Computer behoben und Beschriftungen an meinem Modell auf den neusten Stand gebracht. Wenn ich schließlich mit dieser Arbeitswelle fertig geworden bin, ist es auch schon Zeit mein Sandwich in den Toaster zu schieben und anschließend zu lunchen. Mit so gefülltem Magen lässt sich natürlich erst einmal nichts verrichten, sodass nächste Arbeitsschritte sorgfältig geplant werden. Und wenn ich dann schon mal beim Planen bin, kann ich ja auch gleich schon mal herausfinden, was es denn noch so spannendes in den nächsten Wochen und vor allem am Wochenende zu entdecken gibt. Zu der Zeit, zu der Wochenarbeitsplan sowie Wochenendfreizeitsplan stehen, ist der Nachmittag bereits weit voran geschritten und es lohnt sich bei weitem nicht mehr mit irgendetwas anzufangen.
Zu Hause angekommen verschaffe ich mir dann erneut einen Überblick über das vom Wochenende übergebliebene Chaos und die in der Wohnung zu verrichtenden Aufgaben. Dann teile ich sie sorgfältig auf die verbleibenden Wochentage auf. Uff, von der ganzen Planerei knurrt mir jetzt aber ordentlich der Magen (das Sandwich um 12 Uhr ist schon längst Vergangenheit). Wo bleibt denn bloß der Jonas?
Da geht auch schon die Wohnungstür auf und der Jonas schneit herein, in der Hand eine große Tüte mit Sushi. Denn Montags, da ist Sushitag. Der Vasabi wird geschärft, die Schälchen mit Sojasoße gefüllt und die Stäbchen entzweit und dann wird ausgetauscht, was man sich für die kommende Woche alles so vorgenommen hat.


Burger-Tuesday

Am Dienstag fällt das Aufstehen bereits deutlich leichter. Die Bushaltestelle wird ohne mehrfaches, hektisches Umkehren (wegen vergessener Gegenstände) zeitlich erreicht. Und dann geht’s auch schon los.
Die Höhle der Engineers raucht bei der ganzen Beschäftigkeit, die ich an den Tag lege. Mein kleines Projekt wächst und wächst und immer wieder finde ich Ecken und Enden, an denen noch kleine Verbesserungen oder größere Zusätze dran unternommen werden können. Ich tüftle und knoble den ganzen Tag vor mich hin und ohne dass wirklich viel Zeit vergangen ist, wird es auch schon Zeit nach Hause zu gehen.
Dort angekommen lässt mein Magen verlauten, dass das 12 Uhr Sandwich nun schon eine ganze Weile her ist, doch zunächst muss noch die Wäsche abgehängt oder ein bisschen was für’s Frühstück eingekauft werden. Das hatte man ja am Montag wieder mal nicht gemacht.
Dann endlich der rettende Anruf vom Bruder. In einer halben Stunde am Burger Urge. Denn dienstags, da gibt’s Burger. Mitten in New Farm gibt’s nen Laden, der dienstags 2 Burger zum Preis von einem anbietet und so steht dem Chili-Chese Burger nichts mehr im Weg. Und auch der tollpatschige kleine Kellner freut sich inzwischen uns zu sehen. Wir sind ja schließlich so was wie Nachbarn.


Cafeteria-Wednesday

In meinem Notizbuch, das ich immer mit dabei habe führe ich eine Strichliste: Pro und Contra Australien. So gehen mir z.B. die unfassbar großen 50 Cent Stücke unheimlich auf die Nerven (wenn man auch nur 2 davon besitzt, braucht man für sein Portemonnaie einen Bollerwagen), wo hingegen mich das kulinarische Angebot hier so dermaßen von sich überzeugt hat, dass mir beim Gedanken an das baldigen Essen in der Pontstraße etwas flau im Magen wird.
Eine Sache, die ich wohl auf die Contra-Seite schreiben würde, wenn sie denn ganz Australien betreffen würde und nicht nur (wie Jonas mehrfach betont hat) meine Engineers, ist die Tatsache, dass alle immer ihr Mittagessen zu sich nehmen, während sie gleichzeitig weiter vorm PC hocken und ihre Paper lesen oder Daten auswerten. Ich gönne mir zu solchen Gelegenheiten in der Regel die letzte Ausgabe der Tagesschau oder ein kurzes Facebook update, doch selbst das finde ich für ein Mittagessen wenig interaktiv.
Doch der Mittwoch ist anders. Denn Mittwoch sind die meisten Students (Hiwis oder andere Studenten, die ein Projekt in der Arbeitsgruppe durchführen) anwesend und da fast immer irgendjemand sein Lunch nicht dabei hat (und weil ich sonst darauf bestehe) geht’s Mittwochs stets runter in die Cafeteria zum Speisen.
Das Gesprächsthema beim Essen dreht sich stets um die Frage, ob Fußball (also „real football“) oder Australian Rules Footy (also „here football“) die bessere Sportart ist. Dabei verlaufen die Argumentationen der beiden Seiten stets gleich. Für Fußball benötigt man einfach mehr „skill“ und man kann nur Tore erzielen, wenn man auch wirklich trifft (scheinbar bekommt man beim australian football auch Punkte, wenn man neben die Hauptstangen schießt). Während die AFL Fans argumentieren, dass ihre Sportart viel schneller sei und beim „soccer“ ja nie irgendwas passieren würde und am Ende stände es dann immer unentschieden.
Ich persönlich enthalte mich natürlich einer Meinung und genieße es einfach in Gesellschaft zu essen und ein bisschen etwas von der australischen Sportbegeisterung aufzuschnappen.


No-Name-Thursday

Ganz im Ernst, es muss ja auch nicht jeder Tag von Routine beherrscht werden. Ob ich nun früher ins Büro muss, weil mal wieder ein Tierversuch ansteht (ok, diesmal muss ich gestehen, dass mir der Hase wirklich Leid tat. Aber was nehmen die auch einen weißen Flauschigen?) oder ob ich am Abend spontan inspiriert ein Curry zubereite. Es ist einfach alles Möglich, denn mein Leben ist hier ja nicht festgefahren, sondern steckt voller schöner Überraschungen;-)


Flip-Flop-Friday

Freitag zählt ja eigentlich schon zum Wochenende. Deshalb hab ich einfach mal beschlossen, am Freitag heißt es Röckchen um die Hüfte und Thongs an die Füße, damit das Wochenende passend eingeläutet wird.
Da Arbeit übrig bleiben muss, die auf Montag verschoben werden kann und da mein Blick in der Regel so ab 2 Uhr Nachmittags vor Wochenendssehnsucht  zu explodieren droht, werden Freitags die Zelte etwas früher als gewöhnlich abgebrochen und es geht noch ein bisschen in die Stadt oder an den Fluss bevor ich Jonas dann auf das ein oder andere Feierabendbier treffe.
(Und falls es dann noch ins Casino geht, hab ich natürlich auch noch Casino zulässige Schuhe griffbereit parat!)


Adventure Weekend

Sitzen zwei Aussies am Strand. Sagt der eine: „Sag mal hast du das auch gesehen?“ Fragt der andere: „Den großen weißen Hai, der da in Richtung Ufer geschossen und dann in einer Welle verschwunden ist?“
Hah, aber es war gar kein Hai! Es war ein Joli in ihrer ersten Surfstunde! Und wenn man mal davon absieht, dass ich vielleicht hätte lenken lernen sollen bevor ich fast jedes Mitglied meines Kurses mindestens einmal umgesaust hatte und dass ich mir für nächstes Mal „Achtung! Ich reflektiere, kein direkter Augenkontakt“ auf meine weiße Haut tätowieren lassen sollte, bin ich der festen Überzeugung, dass mir eine große Surfkarriere bevorsteht! Immerhin stand ich ganze drei Mal auf dem Brett (obwohl ich mich liegend zugegebener Maßen deutlich schneller und natürlicher fortbewegen konnte), Blick zum Strand, Welle im Rücken.
Der gesamte Surfsamstagmorgen war ein voller Erfolg und als ich aus dem Wasser kam war nur noch eine Frage offen: Wann kann ich das nächste Mal surfen?
Jonas war da Gott sei Dank erstmal ein wenig zurückhaltender, schlug vor sich zunächst ein bisschen die Gold Coast  anzugucken und versicherte mir, dass ich noch mal die Gelegenheit bekommen würde zu surfen. Ich noch vollkommen im Wellenrausch und (wie sich später herausstellte) mit leichtem Sonnenstich stimmte allem enthusiastischst zu.
Wir erkundeten also noch verschiedene Strände der Gold Coast und aßen schließlich in „Surfer’s Paradise“ (da fühlte ich mich gleich wie in einem ganz neuen zu Hause) einen riesigen Burger (und das obwohl es gar nicht Dienstag war).
Danach brachen Sonnenstich, sportliche Höchstleistung und neue Sportbegeisterung alle in einem über mich hinein, sodass ich nur noch erschöpft vor mich hin dösen konnte bis ich um 21:00 Uhr nach einem erlebnisreichen Tag an der Gold Coast endlich schlafen gehen konnte.

So wachte ich topfit (ok, ich hatte zugegebener Maßen an allerlei Stellen verschiedene Grade an Muskelkater) und ausgeschlafen am Sonntag morgen um 7 Uhr auf. Das konfrontierte mich zunächst mit der Frage, was man um 7 Uhr morgens an einem Sonntag wohl so macht, denn diese Situation war glaub ich eine echte Premiere. Doch da ich nun ja auch einen australischen Bruder habe, ließ sein Erwachen nicht lange auf sich warten und so saßen wir schon bald bei französischen Croissants und einer Tasse Kaffee beim Frühstück und planten den Tag.
Er sollte uns vornehmlich zu den Koalas führen. Das erste Tagesziel: Das „Koala Sanctuary, Brisbane“. In Deutschland würde man so was wahrscheinlich Wildpark nennen und man würde allerlei Rehe, Wildschweine, Frischlinge, Ponys und Esel sehen. Und genau so war es dann auch, nur halt mit anderen Tieren. Und alles drehte sich in erster Linie um den Koala.


Meinen persönlichen Highlights  begegneten wir gleich am Anfang. Direkt neben dem Retirement Home befand sich der Kindergarten. Ob da wohl auch Beschwerden wegen Ruhestörung eingehen?



Danach erreichten wir das Haus der jungen und besonders verspielten Koalas...


...alle schliefen.


Etwas weiter konnte man sehen, dass wohl am Abend vorher ne große Party unter den Tieren im Sanctuary stattgefunden hatte. Sogar der Lizard hatte nen riesigen „Hang over“.


Der Anfang im Tierreich war also eher schleppend. Doch es gab tatsächlich auch Aktivität in der Tierwelt. Als wir gegen Mittag zu einer Vogelfütterung antraten, erklärte uns die Mitarbeiterin des Sanctuary, dass die Vögel etwas scheu seien und vielleicht nicht direkt kommen würden. So passierte wenige Sekunden nichts, doch dann kam eine Schar von „Rainbow Lorikeets“ herunter ein (wahrscheinlich durch den asiatischen Anteil der Menge verursachtes) Ohhh ging umher und dann waren die bunten Vögel auch schon überall. Die Futternäpfe, die jeweils von 2-10 Vögeln besetzt waren konnte man die Hand nehmen, wobei An- und Abflug der Lorikeets einen erstaunlich Rückstoß zur Folge hatte.
Einmal durch den Vögelsturm aufgeweckt schienen alle Tiere aus ihren Schalflöchern herausgekommen zu sein, sogar die Wombats und das Schnabeltier.

der stolze Lizard
ja, auch Wombats sehen blöd aus
Jonas freundet sich mit dem Strauß an
der Strauß reagiert mit Desinteresse
 Nur die Koalas und auch die Kängurus, die schliefen natürlich weiter. Alles andere wäre auch viel zu aufregend gewesen.



Nach dem Tierpark fuhren wir dann noch zum Mount Coot-Tha, einem Berg im Südwesten von Brisbane. Da ich auf der Hungerskala zunächst erst ca. 7 (von 10) anzeigte, schlug Jonas vor noch den botanischen Garten zu besuchen. Dieser erwies sich als sehr, sehr groß und botanisch, wobei mir persönlich besonders die Ausstellung verschiedener Bonsaibäume im Gedächtnis geblieben ist (war ich nun gewachsen oder die Welt geschrumpft?).
Doch je länger wir durch den Botanischen Garten streunten, desto lauter meldete sich besagtes Grummeln in meinem Magen. Schließlich war klar: Essen muss her und zwar recht schnell!


Und was könnte schöner sein als ein spätes Lunch mit Ausblick über ganz Brisbane? (Eigentlich nur ein spätes Lunch, das in weniger als einer halben Stunde serviert würde.)

Als wir endlich wieder in unserer kleinen Wohnung in New Farm angekommen waren, da stand auch schon der nächste Programmpunkt auf dem Tagesplan. Picknick im Park und anschließend den Abend beim australischen Sunday Night Comedy ausklingen lassen (der australische Humor erwies sich als erstaunlich dreckig und natürlich passagenweise unmöglich zu verstehen).

So schlief ich am Sonntag Abend  tief ein, wie ein dicker, zufriedener Koala und träumte von Sushi, Burgern, Coffee, wilden Tieren und großen Wellen. 

Ps: Every day is Ginger Beer day! Es gibt wirklich nicht, was mehr erfrischt als ein kaltes Ginger Beer, wenn man nach einem ereignisreichen (oder auch ereignislosen) Tag nach Hause kommt!

Mittwoch, 30. März 2011

19.03.-21.03. Sydney

Sydney empfing mich mit Regen. Große, dicke Tropfen, die sich geräuschvoll überall breit machten. Mich störte das zunächst einmal wenig. Gemütlich saß ich hinten in meinem Shuttlebus und versuchte durch die Tropfen hindurch schon mal einen ersten Blick auf Sydney zu erhaschen. Doch schon bald wurde meine Aufmerksamkeit vom Geschehen im Bus abgelenkt. Unser Chinesischer Shuttlebusfahrer ging alle Fahrtziele im Telegrammstil durch und wer nicht direkt antwortete drohte aus dem Bus geworfen zu werden. Wenn man es schaffte schnell genug sein Fahrtziel zu bejahen, bekam man militärische Anweisungen, wie man nun nach seinem Ausstieg zu seinem Hotel gelangen sollte („I stopp on this side of road and then you walk over to left!“). Gott sei Dank war ich einer der letzten Stopps, sodass ich mir den Ausstiegvorgang ein paar Mal angucken konnte bevor auch ich direkt ins Hostel kommandiert wurde.

Da ich noch nicht gefrühstückt hatte (und das bei einer Abreise von 7 Uhr!), beschloss ich mir zunächst ein Cafe zu suchen. Es regnete weiterhin, wenn auch inzwischen in kleineren Tropfen. Ich stürmte also ins nächst beste Cafe, das Tiger Bakers. Der Name klang bereits vielversprechend und als ich mich auf einem freien Platz niederließ, erkannte ich sofort, dass ich einen echten Glückstreffer gelandet hatte. Das kleine Cafe war gemütlich und geschmackvoll eingerichtet, der kleine Raum durch Spiegel optisch vergrößert und überall schwirrte nur so das Leben. Ich bestellte mir Kaffee und ein großes Frühstück, welches zwar auch preislich ziemlich groß ausfiel, aber hielt was es versprach. So genoss ich meine erste Mahlzeit in Sydney und plante meine nächsten Tage.


Mein erster Programmpunkt führte mich nach Paddington, einen kleinen Stadtteil südöstlich von Sydney.
Es hatte vorübergehend aufgehört zu regnen und so schob ich mich durch die geschäftige Hauptstraße in Richtung Paddingtonmarkt. Es gefiel mir gut, dass die Straße von vielen verschiedenen Geschäften (Schuhe, Klamotten, Bücher, Schmuck, Lebensmittel...) und Cafes gesäumt war. Auch der Paddington Wochenmarkt erwies sich als eine bunte Mischung aus Kunst, Kultur, Klamotten und Schrott. Und als ich gerade dem wiedereingesetzten Regen zu entkommen versuchte und in das mir nächste Zelt sprang, stand ich auf einmal mitten in einer Thaimassagesitzung. Danach hatte ich dann aber auch wirklich alles gesehen und so machte ich mich langsam wieder auf den Rückweg.

Auf meinem zweiten Rückweg (zuvor hatte ich meinen Pulli in einem Laden vergessen) begann es auf einmal wie aus Kübeln zu regnen. Ich meine nicht so einen echten, ehrlichen Regenschauer, den man z.B. aus Aachen so kennt, sondern einen wirklich monsoonartigen Wasserniedergang, der es unmöglich machte sich auch nur wenige Meter ohne Regenschutz fortzubewegen.



Meine Rückkehr zum Hostel gestaltete sich dementsprechend schwierig, doch irgendwann schaffte ich es dann doch. Auf meinem wetterbedingt etwas langsameren Rückweg musste ich feststellen, dass Sydney sich sehr verschlossen präsentierte. Viele große Häuser sahen unbewohnt oder zumindest ungepflegt aus und die kleineren Häuser, die häufig wunderschöne Balkone und Terrassen hatten, wirkten auf mich etwas lieblos. Sobald man einen Blick in ein Haus oder Cafe werfen konnte, sah es gleich einladend und lebhaft aus, aber von außen schien mir häufig etwas zu fehlen.

Auch im Hostel verfestigte sich dieser Eindruck. Zwar war alles sauber und auch irgendwie nett gemacht, aber die persönliche (liebevolle) Note fehlte irgendwie. So verdrückte ich schnell meine Samosas und machte mich auf den Weg zur Marina Bay. Das moderne Hafen/Partygebiet erinnerte mich sehr an Singapur. Viele bunte Lichter, die immer von der anderen Seite der Bucht schöner aussahen, als wenn man tatsächlich da war. Ich setzte mich auf einen kleinen Bootssteg und genoss ein bisschen den halbwegs regenfreien Abend. Nach einer Weile beschloss ich mal neue Erkundungstouren zu starten, als auf einmal (so zu sagen direkt neben mir) ein riesiges Feuerwerk losging. Ich wunderte mich ein bisschen darüber, machte mich dann aber trotzdem auf den Weg. Dieses Unterfangen wurde insofern grausam erschwert, in dem scheinbar ganz Sydney gerade auf die Idee gekommen war genau diesem Feuerwerk beizuwohnen (ich meine, warum schaut man sich denn Feuerwerk an, wenn man sich vorher nicht mal selbst die Finger dran verbrannt hat?). Schließlich schaffte ich es doch noch mich aus den Schaulustigen zu befreien, sodass ich mich noch mit Julia treffen konnte (die beiden hatte es inzwischen auch nach Sydney verschlagen), um noch ein Feierabendbier im Stadtteil „the Rocks“ zu trinken.

Am nächsten Morgen verschlief ich erstmal erfolgreich das Frühstück. Da es in meinem Zimmer kein Fenster gab, fehlte mir dazu auch noch jegliche Form der Orientierung. Doch meine Zimmergenossin bestätigte meine Befürchtungen: „Still pouring rain!“ Doch mein Plan war fest verankert. Um 11 Uhr wollte ich an der „free walking tour“ teilnehmen. So stiefelte ich (etwas missmutig auf Grund des Wetters) zum angegebenen Treffpunkt. Dort war es nicht schwierig Ross, den Tourguide, im hellgrünen T-Shirt ausfindig zu machen. Um ihn herum stand bereits eine kleine Gruppe, die meiner Meinung nach auf Grund von Uhrzeit und Wetter eine unangemessen gute Laune an den Tag legten. Schon nach wenigen Sekunden wurde mir Schirm angeboten und sich nach meiner Gemütslage erkundigt. Ich nippte schweigsam an meinem Kaffee und grunzte verneinend bzw. unbestimmt.
Die Tour an sich war dann allerdings ziemlich cool. So erfuhr ich beispielsweise, wo das letzte erhaltene Pissoir in Sydney steht oder dass irgendein verrückter Penner, der zu Gott gefunden hatte, das Wort „eternity“ an alle möglichen Orte in der Stadt schrieb (er mit Kreide) , sodass man das Wort heute überall finden kann (die eingraviert). Oder dass das Känguru und der Strauß Australiens Wahrzeichen sind, da die beiden Tiere nicht rückwärts gehen können und man sich überlegt hat, dass das wohl auch gut für ein Land sei (außerdem seien die Australier wohl das einzige Volk, das sein Wahrzeichen auch isst, so Ross). Was mir auch noch besonders gut im Gedächtnis blieb war das erste Krankenhaus, das für die „Diebe und Verbrecher“ errichtet wurde. Das geschah nämlich als Gegenleistung für ein Alkoholmonopol, welches auf drei damalige Geschäftsmänner aufgeteilt wurde. Insgesamt schien es mir, als ob die junge Geschichte Australiens einfach nur durch komische Charaktere geprägt worden sei, die alle nicht mehr so 100%ig auf der Höhe ihrer Gesundheit gewesen waren. Naja, aber da sollte sich wahrscheinlich jeder sein eigenes Bild zu machen.



Resultat dieser Walking Tour war auf jeden Fall, dass ich (trotz dankbarer Zuflucht unter Ross’s Schirm) ziemlich nass war. Der nach dem Regen einsetzende Wind verbesserte meine körperlichen Leiden nicht sonderlich und so war ich bereit zurück ins Hostel zu kehren, um dort auf Grund meines Wetterpechs im Selbstmitleid zu versinken. Doch gerade auf halben Weg zeigte sich zum ersten Mal auch ein einzelner Sonnenstrahl. Ich hatte gerade den Hydepark erreicht und die in der „Sonne“ liegenden Bank, die zu dem Zeitpunkt lediglich von Ibissen belegt wurde, lachte mich verlockend an. So beschloss ich eine kurze Pause zu machen und das auf einmal ganz fröhliche Treiben am Brunnen ein bisschen zu beobachten.

2 Stunden später wachte ich wieder auf. Die Sonne war gerade verschwunden und es schien auch schon später Nachmittag zu sein. Die Ibisse waren noch da, die Leute eher weniger und ich hatte mir (ja an einem eigentlich verregneten Tag in Sydney) meinen ersten Sonnenbrand hier in Australien geholt! Immerhin stand er mir ausgeschlafen wahrscheinlich ein bisschen besser.
Später am Abend erkundete ich mit den Mädels noch Kings Cross, die Gegend, in der auch mein Hostel war. Doch es war Sonntag Abend und da in Australien eigentlich ausschließlich Freitags und Samstags irgendetwas los ist, gab es auch nicht wirklich etwas zu erkunden.

Trotzdem verschlief ich am nächsten morgen fast meine Check Out time. Der Himmel hatte sich seit den verschlafenen zwei Stunden nicht mehr blicken lassen und so hingen auch am Montag tiefe graue Wolken über der Stadt. Mein Flug ging erst am Abend, sodass zumindest noch ein (wetterbedingt) nicht geschaffter Programmpunkt noch abgehakt werden musste. Also machte ich mich auf den Weg zur Fähre nach Manly (nicht ohne vorher noch mal in meinem „Stammlokal“ dem Tigers Bakers ein großes Frühstück und einen Kaffee zu genieße). Manly liegt auf der Nordseite Sydneys und zeichnet sich besonders durch seinen Surferstrand aus. Das schönste ist allerdings die Überfahrt mit der Fähre. Man erhascht sowohl einen guten Blick auf die Oper, als auch auf die Harbour Bridge und kurz bevor man die Küste erreicht erlebt man sogar auch noch richtigen Seegang (das versetzte vor allem alle mitfahrenden Asiaten in helle Aufregung). Wenn man dann in Manly angekommen ist, kann man (also bei schlechtem Wetter) eigentlich nicht viel machen, als sich so lange an den Strand zu legen bis einem kalt wird, um dann wieder zurückzufahren.

Sonnenbrille bei jedem Wetter!
Trotzdem würde ich jedem diese Überfahrt ans Herzen legen, denn man hat nicht nur einen guten Ausblick auf Sydneys bekanntesten Sehenswürdigkeiten, sondern bekommt auch einen Eindruck von der Weite und Dimension dieser Stadt.

Zurück im Shuttlebus (diesmal ein anderer Fahrer) auf dem Weg zum Flughafen schaute ich aus dem Fenster raus in den Regen. Riesige Pfützen ließen Autos stecken bleiben, kleine Straßenbäche rissen allerlei Müll mit. Auch wenn ich nicht genau sagen kann was, aber irgendwas ist komisch an Sydney. Es ist wie ein Gesicht ohne Augenbrauen oder ein Zimmer ohne Bilder an der Wand. Irgendetwas fehlt, auch wenn man nicht sofort sagen kann, was es ist. 

Montag, 28. März 2011

11.3.-15.3. Brisbane - Hoher Besuch zu den geburtstaglichen Festlichkeiten

Nach drei sehr langen (ersten) Arbeitstagen, an denen ich zum größten Teil das Gefühl hatte rumzusitzen und klug in der Gegend dreinzuschauen, (als besonders knifflig erwies sich das bei häufig eintreffendem Besuch: „...and that’s Jolande, she’s over from Germany. She will be with us for five weeks.“ Grins, nick), war ich sehr froh am Freitag Nachmittag das Wochenende erreicht zu haben. Doch Wochenende bedeutet im Leben der Joli F. ja bekanntlich nicht unbedingt Erholung und Entspannung. Schnell noch ein eiskaltes Gingerbeer gezischt und dann war stand auch schon mein Besuch auf der Matte.  


Julia und Anni, die sich nun schon seit Wochen durch Regenwälder geschlagen, an verlassenen Stränden gesonnt, auf einsamen Sandbänken verbrannt oder in Hostelbars gefeiert hatten, glänzten nicht nur braun gebrannt, sondern strahlten auch ein gewisses Zivilisationsbedürfnis aus. Gut, dass der Wein bereits kalt gelegt worden war und der Jonas schon bald mit einer großen Portion Sushi zur Tür hineingeschneit kam. Wie sich das also für echte Fookens gehört trugen wir leckeres Essen und reichlich Getränke auf, um unsere Gäste bestmöglich zu verwöhnen. Und dann ging’s auf ins Valley, um Australiens wöchenendliche Feierklutur zu erforschen (Kulturschock 6!). Der Australier versucht sich so gut wie möglich in Schale zu werfen, wo möglich um ein bisschen von der Australierin, die sich so wenig wie möglich bekleidet (dafür aber mit um so mehr bzw. höherem Schuhwerk bewaffnet), abzulenken. Um bis ins Valley (das ist Brisbane’s größte Kneipen/Diskozone) vorzustoßen scheint man an einem Freitag Abend einen mindest Blutalkoholwert von ca. 1,5 Promille haben zu müssen, was besonders die Fortbewegungsweise der Australierinnen auf besagten wackligen Schuhwerk interessant gestaltet. Auch die Auswahl des erwünschten Partyorts ist schwieriger, als man sich das vielleicht denken würde. Verschiedene Clubs scheinen das Publikum mit grellster, geschickter Lichtblinkerei und dermaßen lauter Chartsmusik jeweils in den nächstgelegenen Club treiben zu wollen. So ließen wir uns ein bisschen von Musik, Lärm und Leuten durchs Valley treiben und den Rest, naja den weiß ich jetzt auch gar nicht mehr so genau...

Am nächsten Tag mussten wir uns also mit einem besonders großen Frühstück stärken. Eier, Bacon, Pfannkuchen und Toast. Diesmal nicht vom Gastgeber, sondern vom Gast höchstpersönlich serviert. Mmh, lecker (also nicht die Gäste, sondern das Frühstück). Allermanns (und -fraus) Wohlbefinden war also wieder hergestellt und der geplante Tagesausflug konnte in Angriff genommen werden. Es ging auf nach Ascot, zur Pferderennbahn. 


Jeder der Pferderennen mit heruntergekommenden Zockern und grölenden dicken Männern verbindet, der liegt hier vollkommen falsch. Während nämlich die Zocker in sonnengeschützten Zelten alle Rennen auf sämtlichen Pferderennbahnen in Australien verfolgen, tümmelt sich die eigentliche Meute auf der Tribüne bzw. an stilvollen Plastiktischen auf der Rasenfläche vor dem Zieleinlauf. Dabei besteht die Meute aus den Leuten, die entweder schon zu alt oder vielleicht auch einige Steuerklassen zu hoch waren, um sich am Abend vorher im Valley blicken zu lassen. Männer und Frauen (interessanter Weise in geschlechter-getrennten Gruppen) scheinen auf die Rennbahn zu kommen, um ihre Kleider, Hüte und Sonnenbrillen zur Schau zu stellen und sich dabei vollkommen zu betrinken (und das bei den hiesigen Bierpreisen). 

so sieht das dann bei den ganz großen Rennen aus. Statt Bier gibt's dann Sekt.
Ab und zu findet dann auch mal ein Rennen statt, was besonders Jockeys, Pferde und Rennstellhalter in Aufregung versetzt. Und vielleicht auch noch einige schüchterne Besucher (so wie mich z.B.), die es gewagt haben, ein wenig Geld zu setzen (und natürlich auch zu gewinnen). 


So verging der Nachmittag mit Leute gucken, Pferde gucken, Jockeys gucken,  Ships essen, Bierchen trinken und in die Sonne blinzeln. Zum perfekten Ende des Rennbahntages ging’s dann noch in der untergehenden Abendsonne mit der Citycat von Ascot zurück nach Hause.

Am nächsten Tag hieß es dann Vorgeburtstagsshopping, denn Jonas nahm mich mit in die Stadt, um mir schon mal eine Sonnenbrille auszusuchen (pst, aber nichts verraten, ist ja noch nicht so weit). Es war ein schöner, sonniger Tag und so kam ich auch mal in den Genuss an Brisbane’s Flussufer entlang in die Stadt zu schlendern (und auch wenn man’s wirklich leicht vergessen könnte, in solchen Situationen sieht man dann schon noch, was die Flut alles angerichtet hat). Trotzdem hat der Brisbaneriver für mich einen ganz besonderen Charm.
Nach dem Sonnenbrillenkauf verlief sich der Tag in weiteren Erledigungen bzw. kleinen Entdeckungen. Casino, Botanischer Garten und Southbank, alles einen (ja eigentlich sogar mehrere ) Blick(e) wert. Doch wie Wochenenden das so an sich haben, verging der Sonntag recht zügig und schon befand ich mich am Sonntagabend auf dem Weg zum Hostel, um mit den Mädels noch ein Bier zu trinken (schließlich musste ich ja Montag früh zur Arbeit). Dieser Plan verlief zunächst auch ganz gut, wir saßen auf der Dachterasse des Hostels, guckten ein paar Fotos, quatschten ein bisschen und spielten eine Runde Pool. Doch spätestens als ich meinen Fuß ins Casino setzte, hätte mir klar sein müssen, dass irgendetwas ganz und gar schief lief.
Als ich mich um 6 Uhr morgens auf den Weg nach Hause machte, hatte ich immerhin gut 150 Dollar mit einem mir geschenkten Casinoschip verdient. Und wenn das kein Trost war, dann konnte ich es ja auch immer noch darauf schieben, dass ich noch jung und dumm war. Mit 23 Jahren darf man so was schließlich noch machen.

Montag fiel es mir also nicht ganz so leicht mit meiner gewohnten hundertprozentigen Konzentration ans Werk zu gehen, doch viel Kaffee, gutes Wetter und die Vorfreude aufs abendliche Barbecue schafften es mich wach zu halten.
In Australien gibt es in allen Parks öffentliche Barbecues. Per Knopfdruck erwärmt sich magisch eine große Grillplatte, die in der Mitte ein kleines Loch hat, damit man nachher auch wieder ordentlich sauber machen kann. Zu meiner Vorgeburtstagsfeier hatte der Jonas also Känguru, Würste und Schweinesteaks besorgt. Dazu noch Brot und Gemüse und das Barbecue konnte losgehen. Meine geladenen Gäste: Jonas, Julia, Anni, Dan, Shawn und Michael, welche auch alle auftauchten. Etwas irritiert, aber hoch erfreut nahm ich die Glückwünsche meiner Arbeitskollegen entgegen (ich hatte doch eigentlich gesagt, dass mein Geburtstag eigentlich erst am Dienstag war). Ganz australisch teilte sich die Gruppe nach erster kurzer Vorstellungsrunde in männliche und weibliche Teilnehmer auf und jeder für sich genoss sein Bier, Wein, „Roo“, seine Paprika oder einfach die schöne kühle Abendluft und den Ausblick auf den Fluss.


Kaum hatten die Jungs aus der Arbeitsgruppe (vielleicht aus Angst vor nahendem Sauerstoffüberschuss) sich verabschiedet, bahnten sich auch schon die ersten Fledermausattacken an. Fledermäuse, die (wie eigentlich alle Tiere hier) ca. 10 mal so groß sind wie jede handelsübliche Fledermaus, toben sich gerne mal in der Abenddämmerung aus und scheinen dabei (wie eigentlich alle Tiere hier) überhaupt keine Hemmungen vor dem Menschen zu haben. Nachdem wir den Fledermäusen gegenüber unsere Position gerade noch so verteidigen konnten, mussten wir uns kurz später einer 15-Mädel-und-1-Jung starken deutschen Backpackertruppe  geschlagen geben. So wurde alles schön sauber gemacht und wieder eingepackt und die Suche nach einer weiteren Weggehmöglichkeit beratschlagt. Zunächst wagten wir einen Versuch in Southbank, doch dort wurden wir (wie eigentlich überall hier) um 22:00 Uhr rausgeschmissen. Nun hat man in Brisbane unter der Woche nach 22:00 Uhr eigentlich nur noch 2 Möglichkeiten: entweder man geht ins Casino (das schied allerdings wegen drohender Spielsucht meinerseits und falscher Fußbekleidung andererseits aus) oder in eine Backpackers Bar.

Nun wer würde nicht gerne in seinen Geburtstagreinfeiern, während in einer ranzigen Bar mit vollgekritzelten Wänden 2 Teams mit jeweils vier Mitspielern versuchen 4 Gläser Cola schnellstmöglich auszutrinken? Und wer würde nicht gerne um punkt 5 vor Mitternacht vom DJ „just for Joli“ happy birthday aufgelegt bekommen (hier in Australien ist man mit dem Datum und der Zeit und so wirklich nicht genau, ich glaube es ist nur wichtig, dass der Monat stimmt)? Klingt nicht so verlockend? Müsst ihr aber unbedingt mal ausprobieren, denn es macht wirklich Spaß! Es gab sogar Kuchen und ein Freigetränk und alles, was das nun reife und weise Joliherz so begehrt.
Und am Ende des Abends gab’s dann endlich auch noch den wohlverdienten Schlaf!


Am nächsten morgen ließen Jonas und ich den Tag dann ganz entspannt angehen. Ein schönes Geburtstagsfrühstück, Geschenke auspacken und sich dann langsam auf den Weg zur Arbeit machen. Der Besuch war wieder abgereist und so konnte nun alles wieder seinen gewohnten Trott gehen. Mit neuer Sonnenbrille ging’s auf nach Chermside, denn mit 24 da beginnt nun wirklich mal der Ernst des Lebens. Vielleicht...







Mittwoch, 23. März 2011

Praktikum - Critical Care Research Group, Prince Charles Hospital, Brisbane

Als ich am Mittwoch morgen (09.03.) aufwachte, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich ja nicht nur zum Spaß und Urlaub in Australien war, sondern auch um mein Unipraktikum zu absolvieren. Und das nicht am Strand, im Park, am Fluss oder in einem gemütliche  Cafe, sondern in einer tatsächlichen Forschungsgruppe. Gott sei Dank fing mein erster Arbeitstag erst um 10:00 Uhr an, sodass trotz der morgendlichen Schockstarre noch genug Zeit war, um das Prince Charles Hospital zu erreichen. Und das war auch gut so, denn das Krankenhaus befindet sich ziemlich weit nördlich der Innenstadt.

Auf die Frage, wie ich dort wohl mit dem Bus hinkommen würde wusste zunächst niemand eine Antwort. Der Brisbaner fährt Auto, besonders wenn etwas weiter als ein paar direkte Busstationen entfernt ist. Diese Tatsche strafte ich zunächst noch mit einem gedanklichen ‚ihr Umweltsünder!’ ab, doch inzwischen weiß ich es besser. Busse fahren an dir vorbei ohne dich mitzunehmen,  kommen zu früh, zu späte oder auch gar nicht, spucken dich eine Station zu früh aus oder halten nicht am angestrebten Fahrziel. Von all dem wusste ich Mittwoch morgens jedoch noch nichts. Ich war eher erstaunt darüber, dass der Busfahrer mich freundlich begrüßte und begeistert zustimmte, als ich ihn fragte, ob er mir Bescheid sagen könnte, wann ich aussteigen müsste (Kulturschock 5: freundliche Busfahrer). So erreichte ich gegen halb zehn bereits  die Eingangshalle des Krankenhauses (Mr. Friendly Busdriver hatte mich nicht aussteigen lassen ohne den Weg genaustens zu beschreiben). 

mein Weg zur Arbeit



Die Eingangshalle war angegebener Treffpunkt und während ich mir noch selbst zu meiner gelungenen Anreise gratulierte, fragte ich mich auch schon, was man denn so macht, wenn man irgendwo rechtzeitig ankommt. Diese mir vollkommen ungewohnte Situation ließ mich leicht panisch auf und ab tigern. Verlegen lächelte ich jeden in Frage kommenden Menschen an, der die Eingangshalle durchquerte, nahm auf den Wartesitzen platz, ging vor die Tür direkt unter’s Eingangsschild und wieder zurück rein, nur um mich auch dort wieder verwirrt umzuschauen. 10:00 Uhr kam und ging und ich wurde so langsam leicht panisch. Vielleicht hatte ich mich ja in Zeit oder Ort geirrt? Um 10 nach rief ich Jonas an, damit er noch mal in der Email nachschauen konnte, die mir Daniel Timms (den einzigen Namen, den ich kannte) geschickt hatte. Aber Jonas bestätigte nur: Mittwoch, 10:00 Uhr, Eingangshalle. Oh nein! Was tun? In stoischer Gelassenheit fragte Jonas mich, ob ich denn mal angerufen hätte, woraufhin ich mit inzwischen hoch rotem Kopf zur Reception stapfte und verlangte einen Daniel Timms ausfindig zu machen. Zunächst schien es so, als ob Jonas brillanter Einfall die Gesamtsituation deutlich verbessert hätte, doch dann stimmte Daniel Timms Nummer im System nicht! Ich stöhnte, die Rezeptionistin lächelte und rief (mir beruhigend zuzwinkernd) die Krankenhausnummernauskunft an. Dann wählte sie erneut. Niemand nahm ab. Oh Gott, oh Gott.! Fünf Minuten später folgte der nächste Versuch. Wieder nahm keiner ab! Was tun? Inzwischen war es schon 10:23 Uhr! Ich wusste ja nicht, wie das in Australien so lief, aber ich wollte jetzt auch nicht an meinem ersten Tag gleich den fürchterlichsten Eindruck machen. Die Rezeptionistin riet mir mal in den ersten Stock zu fahren. Das war immerhin der einzigen Anhaltspunkt, den ich irgendwie hatte („Ok, thanks!“ „No worries! And good look“).

Im ersten Stock hielt ich mich in Richtung Atemsysteme. Wo jemand atmet, kann das Herz ja nicht so weit sein. Und nach äußerst auffälligem Auf- und Abgehen sowie flehenden Blicken, wurde ich tatsächlich von einer Schwester als hilfebedürftig identifiziert. Wo das Problem liegen würde? Ich wollte zur Critical Care Research Group (das war mir zum Glück in der Zwischenzeit wieder eingefallen)! Da müsse ich einen Stock hoch und nach Angela fragen, die könne mir bestimmt weiterhelfen. Mein angestrebtes Stockwerk zu verlassen widerstrebte mir zwar ziemlich, aber dass eine Etage höher eine gewisse Angle-a auf mich warten sollte, überzeugte mich dann doch. Und siehe da, Angela existierte wirklich, blonde Haare, breites Lächeln und ununterbrochen vor sich hin plappernd. Ja, da seie ich bei ihr genau richtig, sie würde sofort Daniel mal anrufen. Huch, sie hätte die Nummer ja gar nicht, ach dann würde sie mich persönlich vorbei bringen. 
Auf dem Weg zum Labor („no worries!“) erzählte sie mir, dass sich alle immer über den Testosteronpegel da unten im Labor lustig machen würden. Auf diese Information folgte postwendend ein rothaariges Testosteronmodell, das scheinbar auf der Suche nach mir war („Jolande, from Germany? Ah, you made it. No worries!“).  

So kam ich also doch noch wohlbehalten in der Höhle der Engineers an. Dan (besagter Daniel Timms), Shawn und Michael (der Rothaarige) verdeutlichten durch gekonnte Laborführung, dass sie der Kopf der Research Group waren. 

Dan
Shawn


Michael
ich




Nach und nach kamen auch noch einige Studenten ins Labor, die teilweise auch ihren ersten Tag hatten. So war also alles erstmal wirklich so, wie die Australier immer sagen: no worries! 
Nur mein anhaltendes Sprachproblem machte mir noch ein bisschen Sorgen. Der Rothaarige (Mr. Ballonhemd, wie ich ihn auch manchmal nenne) stellte sich mir zB. so vor: „Hi, I am Michael.“ Ich daraufhin: „Marco?“ Und er: „Yes, that’s right.“ Der Aussislang vermochte es also bisweilen mich ein wenig zu verwirren. Doch dann trat John Fraser in mein Leben. Der Boss-Boss der ganzen Gruppe (Dan ist der Boss, John der Boss-Boss). 

John
John Fraser ist (wie der Name vielleicht schon vermuten lässt) Schotte. John erzählte und scherzte, gab mir Ratschläge und erklärte verschiedene Sachen, während ich nickte, lachte, freundlich dreinblicke und mich fragte, was zum Teufel er wohl für eine Sprache sprach. Zum Glück bestätigte einer der anderen Studenten (wohl bemerkt selber ein Australier) mir später, dass auch er Probleme haben würde John zu verstehen. 



Seitdem arbeite ich also in der kleinen kardio-vaskulären Arbeitsgruppe. Meine Aufgabe besteht hauptsächlich darin das zu tun, was Michael mir sagt. So löte, stanze und schraube ich munter vor mich hin. Das Ziel meines kleinen Projektes ist es ein Computersystem zu entwickeln, das die künstliche Herzpumpe (ein künstliches Herz zu entwickeln ist die Hauptaufgabe der Gruppe) in Reaktion auf Bewegung, Ruhe oder besser gesagt jede Lebenssituation reguliert. Dafür mussten wir zunächst das alte Modell auseinandernehmen und in sinnvoller Weise wieder zusammen setzten, sodass wir mit dem Computer ein Kontrollsystem herstellen können. (Control Engineering ist übrigens das Fach, in dem ich im letzten Semester am schlechtesten abgeschnitten habe. Aber so langsam versteh ich auch mal, was das überhaupt für einen praktischen Nutzen hat.)

meine selbstgemachte Box

meine Box mit angeschlossener Pumpe und Kontrollsystem (Säulen)
Die Arbeit in der Gruppe macht die meiste Zeit über sehr viel Spaß (wenn da nicht die blöde An- und Abreise mit diesen unzuverlässigen Bussen wäre). Ich fühle ich zwar manchmal so, als ob ich jegliche Arbeitsprozesse eher verlangsamen als beschleunigen würde, aber mit der Zeit, find ich mich immer besser zu recht Und da ich ja ein unbezahltes Praktikum mache (und sonst wär's vielleicht auch so) heißt es immer „no worries“, wenn ich mal früher gehen möchte oder ganz und gar einen Tag frei nehme.  Da wir in den ersten Wochen jetzt schon das erreicht habe, was ich eigentlich in der kompletten Zeit hier machen sollte, bin ich nun wirklich gespannt, wie es weiter geht.
Morgen werde ich z.B. bei irgendwelchen Tierversuchen life mit dabei sein dürfen. Da die Arbeit so eng an das Krankenhaus gebunden ist und John (remember: der Boss-Boss) eigentlich auch Arzt ist, ist das gar nicht so ungewöhnlich. So war ich z.B. auch schon einmal bei einem Schafversuch dabei (unser künstliches Herz soll in diesem Jahr noch Schafen eingesetzt werden), bei dem John sich alle Mühe gab zu erklären, warum den Schaf irgendwelche Schläuche in die Lungen geführt wurden, ich jedoch natürlich kein Wort verstand. Aufregend war's trotzdem.



Wer ganz besonderes Interesse an dieser ganzen Forschungsgruppe hat kann auch mal n Blick auf die Homepage werfen: http://www.icetlab.com/ (und ja, ich bin unter Team zu finden ;-)).
Ansonsten werd ich auf jeden Fall auch noch berichten wie's weiter geht! Bis dahin, gutes Arbeiten and no worries!